Die Inneruniversitäre Forschungsförderung der JGU bietet Finanzierungsmöglichkeiten für die aktive Teilnahme an Tagungen und Konferenzen mit einem eigenen Vortrag oder Poster. Während der Promotion gibt es aber auch viele andere Gründe, ins Ausland zu gehen – sei es die Teilnahme an einer Summer School, Feldforschung oder die Zusammenarbeit mit ausländischen Wissenschaftler:innen. Dafür ist unser Förderprogramm Kurzaufenthalte im Ausland gedacht.
Voraussetzung für die Beantragung ist eine GSHS-Mitgliedschaft mit aktivem Mitgliedschaftsstatus. Die Beantragung einer GSHS-Mitgliedschaft kann auch parallel zur Antragstellung für das Programm „Kurzaufenthalte im Ausland“ erfolgen. Der Förderantrag kann aber erst bearbeitet werden, wenn alle notwendigen Unterlagen für die Mitgliedschaft vorliegen (ausgenommen ggf. die Betreuungsvereinbarung, da diese noch nachgereicht werden kann).
Ziel der Förderung ist es, den Ausbau von Kooperationen der (angehenden) Doktorand:innen mit einschlägigen Wissenschaftler:innen im Ausland zu unterstützen und die internationale Anschlussfähigkeit der Dissertationsprojekte durch im Ausland erworbene Methoden oder inhaltliche Ergänzungen (Archivalien, Befunde von Museumsobjekten, Erlernung neuer Methoden) zu erhöhen. Zudem sollen Promovierende unterstützt werden, die zu Datenerhebungszwecken ins Ausland reisen.
Förderfähige Maßnahmen
Gefördert werden können:
- Archiv- und Museumsaufenthalte
- die Zusammenarbeit mit für das Promotionsvorhaben einschlägigen Wissenschaftler:innen im Ausland
- die Aneignung neuer Methoden in den entsprechenden Arbeitskreisen
- die Teilnahme an Konferenzen, Kongressen, Tagungen, Sommerschulen etc., soweit kein eigener Vortrag bzw. keine eigene Posterpräsentation gehalten wird
- Datenakquise bzw. Feldforschungstätigkeiten.
Neuregelung ab 01.01.2025:
Pro Kurzaufenthalt können unabhängig vom Zielland Reisekosten bis maximal 1.000,- Euro (z. B. für Bahntickets, Flugreisen und Übernachtungskosten) geltend gemacht werden. Verpflegungskosten werden nicht finanziert.
Antragsberechtigt sind GSHS-Mitglieder, deren Promotionsvorhaben nachweislich und nachhaltig vom gewünschten Auslandsaufenthalt profitiert. Es ist nur eine Bewerbung pro Jahr möglich. Kollegiat:innen eines DFG-Graduiertenkollegs sind von der Antragstellung ausgeschlossen.
Eine parallele Antragstellung bei der Inneruniversitären Forschungsförderung – Stufe I ist nicht möglich, da sich die Förderkriterien gegenseitig ausschließen.
Bei der Vergabe sind folgende Kriterien entscheidungsrelevant:
- Notwendigkeit des Auslandsaufenthaltes für das Promotionsvorhaben
- die daran gekoppelte Eignung des gewählten Ziellandes bzw. der Zieleinrichtung.
Nach Prüfung der Unterlagen werden die Antragstellenden per E-Mail über die Förderentscheidung informiert. Die Erstattung erfolgt gemäß den geltenden Reisekostenrichtlinien des Landes Rheinland-Pfalz. Beachten Sie hierzu bitte auch die Abrechnungsrichtlinie für Kurzaufenthalte im Ausland.
Die Förderung erfolgt nur auf Antrag. Bitte beachten Sie, dass das Budget für die Förderung begrenzt ist. Ein Rechtsanspruch auf Förderung besteht nicht. Die Antragstellung muss in der Regel mindestens vier Wochen vor Beginn der geplanten Maßnahme erfolgen. Es können keine rückwirkenden Anträge gestellt werden.
Bitte bewerben Sie sich in elektronischer Form (per E-Mail an gshs@uni-mainz.de) unter Angabe des Betreffs „Bewerbung Kurzaufenthalt“.
Folgende Unterlagen sind einzureichen:
- Beschreibung des Promotionsprojektes und des geplanten Forschungsaufenthaltes im Ausland (max. 1 ½ bis 2 Seiten)
- einer Begründung der Notwendigkeit des Auslandsaufenthalts
- Angabe und Begründung des Ziellandes bzw. der Zieleinrichtung
- Nennung des geplanten Zeitraums des Aufenthaltes
- Stellungnahme der Erstbetreuerin/des Erstbetreuers zur Relevanz des Auslandsaufenthalts für das Promotionsprojekt
- Aufstellung der voraussichtlichen Kosten
- eine unterschriebene Erklärung darüber, dass die Kosten, für die Mittel beantragt werden, nicht bereits von einer anderer Stelle übernommen werden bzw. dass eine Kostenübernahme der geltend gemachten Ausgaben nicht bereits an anderer Stelle beantragt wurde. Sollte eine Kofinanzierung durch mehrere Förderinstitutionen angestrebt werden, muss dies (einschl. der beantragten Förderhöhe) bei der Antragstellung angegeben werden.
- sofern es sich um einen Aufenthalt an einer Einrichtung (z. B. Bibliothek, Archiv, Museum,Forschungseinrichtung) bzw. der Kooperation mit einschlägigen Wissenschaftler:innen handelt, ist darüber hinaus einzureichen:
- Namen der Ansprechpartner:innen bzw. Kooperationspartner:innen in der Zieleinrichtung
- eine formlose Bestätigung der Zieleinrichtung über Arbeitsmöglichkeiten vor Ort bzw. Zugang zur Forschungsinfrastruktur, Arbeitsgruppeneinbindung o. Ä.
Bitte reichen Sie alle Dokumente in einem PDF-Dokument in der angegebenen Reihenfolge ein.
Unvollständige Anträge werden nicht bearbeitet.
Spätestens sechs Wochen nach der Rückkehr ist ein kurzer Abschlussbericht unter Verwendung des entsprechenden Formulars einzureichen und die Einwilligung zu erteilen, eine kurze Zusammenfassung des Forschungsaufenthalts auf der GSHS-Homepage zu veröffentlichen.
Im Rahmen meiner Promotion am Lehrstuhl für Corporate Governance und Wirtschaftsprüfung habe ich vom 11. bis 13. September 2025 an der EARNet-Konferenz in Wien teilgenommen. Zuvor besuchte ich den PhD Workshop, der speziell für Doktorand:innen aus dem Bereich der Prüfungsforschung angeboten wurde.
Obwohl ich selbst nicht präsentiert habe, war es sehr bereichernd, den Präsentationen anderer Promovierender zu folgen und die Diskussionen mit erfahrenen Wissenschaftler:innen mitzuerleben. Viele Impulse waren auch für meine eigene Forschung relevant.
Die Konferenz bot zahlreiche spannende Sessions zu Themen wie Audit Quality, Technologieeinsatz in der Prüfung und Regulierung, mit Beiträgen renommierter internationaler Forscher:innen. Auch bei den abendlichen Konferenzveranstaltungen ergaben sich wertvolle Gespräche und Networking-Möglichkeiten.
Ich bin der GSHS sehr dankbar für die finanzielle Unterstützung, die mir die Teilnahme an dieser bereichernden internationalen Veranstaltung ermöglicht hat.
Dank der Förderung durch die GSHS war es mir möglich, im Juli 2025 einen vierwöchigen Forschungsaufenthalt an der School of Communication der Ohio State University zu absolvieren. Die Zeit vor Ort war enorm hilfreich, um bestehende Kooperationen fortzuführen – so konnten wir beispielsweise unsere Datenerhebung abschließen, die Daten analysieren, und mit der Planung der Manuskripte beginnen. Im Rahmen eines Kolloquiums konnte ich außerdem Teile meines Promotionsprojektes mit dem Kollegium zu diskutieren und wertvolles Feedback erhalten. Der fachliche Austausch mit den Kolleg:innen vor Ort konnte mein Netzwerk deutlich erweitern und lässt mich mit sehr vielen neuen Ideen und Perspektiven nach Mainz zurückkehren.
Dank der Förderung durch die GSHS konnte ich im Juli 2025 an der Konferenz der International Society for the History of Rhetoric (ISHR) an der Universität Kopenhagen teilnehmen. In meinem Promotionsprojekt, dessen Quellenbestand schwerpunktmäßig das Korpus der Attischen Redner bildet, spielt die antike Rechtsrhetorik eine zentrale Rolle. Für die überwiegend angelsächsische Forschung in diesem Bereich ist die ISHR-Konferenz das wichtigste internationale Forum für wissenschaftlichen Austausch. Das Programm der Tagung war daher für mich besonders wertvoll, da zahlreiche Beiträge zentrale Aspekte meiner Arbeit berührten und mir Einblicke in unterschiedliche methodische Zugänge sowie aktuelle Forschungsfragen eröffneten. Abseits der Panels habe ich in Gesprächen während der Pausen, beim Kaffee oder beim gemeinsamen Abendessen wertvolle Impulse für meine Arbeit erhalten und Kontakte mit Forschenden aus aller Welt geknüpft, die sicher über die Tagung hinaus Bestand haben werden. Die Teilnahme an der ISHR-Konferenz war daher eine große fachliche und persönliche Bereicherung für mich. Mein herzlicher Dank gilt der GSHS, die diese Erfahrung möglich gemacht hat.
Im Rahmen meines dreimonatigen Forschungsaufenthalts an der Stanford University konnte ich insbesondere mein Dissertationspapier in Allein-Autorenschaft entscheidend voranbringen. Durch intensiven fachlichen Austausch mit Prof. Maya Rossin-Slater sowie die Präsentation meines Projekts in ihrem Seminar erhielt ich wertvolles Feedback, das zur Schärfung meiner Forschungsfrage und Methodik beitrug. Ergänzt wurde dies durch regelmäßige Treffen mit Forschenden aus der Gesundheits- und Arbeitsmarktforschung sowie durch die Teilnahme an zahlreichen Seminaren und Vorträgen internationaler Wissenschaftler*innen. Darüber hinaus präsentierte ich meine Forschung auf zwei internationalen Konferenzen und konnte mein wissenschaftliches Netzwerk erheblich erweitern. Insgesamt war der Aufenthalt eine große fachliche und persönliche Bereicherung für meine Promotion, und ich bin sehr dankbar für die Unterstützung bei der Umsetzung durch die GSHS-Förderung.
Milena Traumann | Harvard University, Cambridge, Massachusetts, USA (29. Juni bis 25. Juli 2025)
Mein Forschungsaufenthalt an der Harvard University im Rahmen des Institute for World Literature war für mich akademisch und persönlich außerordentlich bereichernd. Das Programm brachte Promovierende und weitere Forschende weltweit aus der komparativen Literatur bzw. der Weltliteratur zusammen, und war von intensivem Austausch geprägt. Meine zwei besuchten Seminare bei Delia Ungureanu und David Damrosch eröffneten mir für meine Promotion neue Perspektiven. Im Rahmen eines Colloquiums konnte ich außerdem den aktuellen Forschungsstand meiner Promotion vorstellen, und wertvolle weitere Anregungen mitnehmen. Ich bedanke mich sehr herzlich bei der GSHS für die Förderung.
Louisa Schwarz und Clarissa Krämer | Bressanone / Brixen, Italien (6. bis 12. Juli 2025)
Im Juli 2025 nahmen wir an der internationalen Summer School „CSAMA Bioconductor – Biological Data Science“ in Brixen teil. Die einwöchige Weiterbildung im Bereich Bioinformatik fokussierte sich auf statistische Datenanalyse biologischer Omics-Daten, wobei ein Schwerpunkt auf der Programmiersprache R und dem Framework Bioconductor lag. Die vermittelten Inhalte waren praxisnah und wurden durch interaktive Tutorials und datengetriebene Fallstudien vertieft. Der Austausch mit anderen Teilnehmern wurde durch Diskussionsabende und den eingeplanten Social Nachmittag gefördert. Der gesamte Aufenthalt war fachlich sowie persönlich gewinnbringend. Wir haben unsere Kompetenzen im Bereich biologischer Datenanalyse gestärkt und gehen davon aus, dass die Summer School einen nachhaltigen Einfluss auf unser wissenschaftliches Arbeiten haben wird.
Eva Pfundt | Groningen, Niederlande (6. bis 11. Juli 2025)
Im Rahmen meiner Promotion am Lehrstuhl für Corporate Governance und Wirtschaftsprüfung hatte ich dank der Förderung durch die GSHS die Möglichkeit, vom 07.07.2025-11.07.2025 an der Summer School „Corporate Governance and the Effectiveness of Boards“ in Groningen teilzunehmen. Neben den Fachvorträgen international tätiger Professor:innen bspw. zu aktuellen Trends in der Corporate Governance Forschung hatte ich die Möglichkeit, ein Projekt meiner Dissertation zu präsentieren und von Professor:innen sowie weiteren Teilnehmenden Feedback zu erhalten. Darüber hinaus habe ich den intensiven Austausch zu Forschungsaspekten mit Promovierenden aus anderen Ländern und Universitäten sowie Praxisvertreter:innen als sehr interessant und hilfreich empfunden.
Christiane Buschinger | Gent, Belgien (29. Juni bis 05. Juli 2025)
Dank der Unterstützung der GSHS konnte ich vom 29.06. bis 05.07. nach Gent reisen, um dort an einer Summer School zum Thema „Cognitive Foundations of Decision-Making“ teilzunehmen. Das abwechslungsreiche Programm bot spannende Einblicke in aktuelle Forschung zu kognitiven Entscheidungsprozessen – mit Beiträgen aus der Verhaltensökonomik, Psychologie und Neurowissenschaft. In meiner Promotion beschäftige ich mich mit kognitiven Prozessen wie Erinnerung und der Verarbeitung von Informationen. Daher war die interdisziplinäre Perspektive der Summer School für mich besonders wertvoll, um neue Denkansätze und Methoden kennenzulernen. Neben den inhaltlich hochwertigen Vorträgen war vor allem der Austausch mit anderen Teilnehmenden und Vortragenden wertvoll: ich nehme viele neue Impulse und Ideen für meine eigene Forschung mit.
Heidi R. Rotroff | Graz, Österreich (2. bis 7. Juni 2025)
Die Förderung der GSHS ermöglichte mir die Teilnahme an der diesjährigen Translation in History – History in Translation Summer School mit dem Thema „Digitizing Translation History: Methods, Tools, and Approaches“, die vom Institut für Theoretische und Angewandte Translationswissenschaft der Universität Graz angeboten wurde. Die Digitalisierung von Archivmaterial und das Einsetzen von digitalen Methoden generell sind für mein Promotionsthema von großer Relevanz. Im Rahmen der Sommerschule gab es Vorträge und Workshops von Personen, die im translationshistorischen Bereich insbesondere an der Schnittstelle zu den Digital Humanities aktiv sind. So gab es beispielsweise eine Einführung zum Umgang mit „Big Data“/ „Big Translation History“, zum Thema OCR/HTR (automatische Texterkennung von Archivmaterial) und zur Datenvisualisierung. Während der gesamten Sommerschule wurde dabei stets die Möglichkeit geboten, die vorgestellten und diskutierten Themen auf die eigenen Forschungsfragen und Dissertationsthemen anzuwenden, in der Runde zu diskutieren und somit neue Perspektiven zu gewinnen. Insgesamt konnte ich durch die Teilnahme an der Sommerschule meinen Horizont in Bezug auf Möglichkeiten und Chancen der Nutzung von „Big Data“, der automatischen Texterkennung und der Datenvisualisierung erweitern und konkrete Ideen für neue Ansätze im Rahmen meiner Dissertation gewinnen.
Carolin Hasse | Paris, Frankreich (18. bis 25. Mai 2025)
Vom 19. bis 23. Mai 2025 konnte ich dank der Förderung durch die GSHS an der 2025 School on Column Generation teilnehmen. Die Veranstaltung bot eine intensive Auseinandersetzung mit der state-of-the-art Lösungsmethode Branch-Price-and-Cut für Optimierungsprobleme. Neben fachlichen Inputs stand der Austausch mit führenden Experten und internationalen Nachwuchsforschenden im Mittelpunkt.
Sait Can Kutsal | Kreta, Griechenland (30. März bis 14. Mai 2025)
Ein zentraler Bestandteil meiner Dissertation, die sich mit der Christianisierung Kretas auseinandersetzt, ist die Durchführung einer regionalen Untersuchung. Die Begehung der Orte mit bedeutenden materiellen Hinterlassenschaften ist essenziell, um ihre topographische Lage nachvollziehen zu können – ein zentraler Aspekt meiner Forschungsfrage. Dies erfordert umfassende Ortskenntnis, um beispielsweise bereits Beschriebenes zu verifizieren oder durch eigene Beobachtungen sinnvoll zu ergänzen. Auch die aktuellsten archäologischen Funde und Entdeckungen, die bislang noch nicht publiziert wurden, lassen sich vor Ort – insbesondere im direkten Austausch mit lokalen Behörden und Wissenschaftler*innen – deutlich besser erschließen. Meine sechswöchige Forschungsreise nach Kreta hat mir all dies in besonderem Maße ermöglicht. Im Rahmen dieser Reise sind nicht nur zahlreiche Fotographien entstanden, sondern ich konnte auch einige wertvolle Kontakte knüpfen.
Während meiner Reise begegnete mir vor allem ein praktisches Problem: Um Zugang zu den Kirchen und Fundorten zu erhalten, war es unerlässlich, zunächst die zuständigen Kleriker oder Personen vor Ort ausfindig zu machen und mit ihnen individuelle Besichtigungstermine zu vereinbaren. Dies zeigte sich oft in unberechenbaren zeitlichen Verschiebungen und durch überraschende Hindernisse bei Besichtigung der Orte. Vieles ließ sich im Vorfeld weder konkret planen noch in seinem vollen Umfang abschätzen. Die Förderung durch die GSHS war in diesem Zusammenhang von unschätzbarem Wert: Sie ermöglichte mir ein Höchstmaß an Flexibilität, wodurch spontane Terminvereinbarungen ebenso wie kurzfristige Änderungen meiner Reiseroute überhaupt erst realisierbar wurden.
Simon Schäfer | Albany, New York, USA (03. März bis 05. April 2025)
Vom 30. März bis 5. April 2025 hatte ich dank der Unterstützung der GSHS die Möglichkeit, einen einwöchigen Forschungsaufenthalt bei Prof. Dr. Stefan Radev am Rensselaer Polytechnic Institute in Troy, USA, zu absolvieren. Im Zentrum stand die Weiterentwicklung meiner Arbeit mit BayesFlow – einem Framework zur bayesianischen Parameterschätzung mithilfe von Deep-Learning-Ansätzen. Im direkten Austausch konnten wir zentrale methodische Herausforderungen diskutieren und gemeinsam neue Strategien zur Optimierung des Modelltrainings entwickeln. Besonders gewinnbringend war der Einblick in die aktuelle Entwicklung der Software sowie der Austausch mit anderen Forschenden, die BayesFlow im biomedizinischen Kontext einsetzen. Der Aufenthalt bot nicht nur fachlich wertvolle Impulse, sondern auch die Gelegenheit, neue Ideen für zukünftige Projekte zu entwickeln. Ich bin dankbar für die Unterstützung der GSHS und zuversichtlich, dass der Aufenthalt einen nachhaltigen Effekt auf meine weitere Forschung haben wird.
Roman Olshevskiy | Austin, Texas, USA (27. bis 31. März 2025)
Vom 30. März bis 5. April 2025 hatte ich dank der Unterstützung der GSHS die Möglichkeit, einen einwöchigen Forschungsaufenthalt bei Prof. Dr. Stefan Radev am Rensselaer Polytechnic Institute in Troy, USA, zu absolvieren. Im Zentrum stand die Weiterentwicklung meiner Arbeit mit BayesFlow – einem Framework zur bayesianischen Parameterschätzung mithilfe von Deep-Learning-Ansätzen. Im direkten Austausch konnten wir zentrale methodische Herausforderungen diskutieren und gemeinsam neue Strategien zur Optimierung des Modelltrainings entwickeln. Besonders gewinnbringend war der Einblick in die aktuelle Entwicklung der Software sowie der Austausch mit anderen Forschenden, die BayesFlow im biomedizinischen Kontext einsetzen. Der Aufenthalt bot nicht nur fachlich wertvolle Impulse, sondern auch die Gelegenheit, neue Ideen für zukünftige Projekte zu entwickeln. Ich bin dankbar für die Unterstützung der GSHS und zuversichtlich, dass der Aufenthalt einen nachhaltigen Effekt auf meine weitere Forschung haben wird.
Ylva Kreye | Ithaca und New York City, USA (15. bis 26. März 2025)
Während meines Aufenthaltes in Ithaca, N.Y., und New York City recherchierte ich im Kheel Center for Labor-Management Documentation & Archives (Cornell University) und im Center for Jewish History (NYC) zu Isaac M. Rubinow (1875-1936). Er war ein russisch-jüdischer Sozialreformer und Sozialwissenschaftler, der an der Entstehung des Sozialstaates in den U.S.A. und zwischenzeitlich in Palästina beteiligt war. Meine Doktorarbeit beschäftigt sich u.a. mit der Frage, inwiefern migrantisches Wissen die Entstehung des amerikanischen Sozialstaates beeinflusste. Rubinow spielt aufgrund seiner eigenen Erfahrungen mit Migration eine zentrale Rolle.
Die Archivarbeit im Kheel Center sowie im Center for Jewish History fokussierte vor allem Rubinows persönlichen Nachlass und Unterlagen zu seiner Zeit in Palästina. Ziel war es, die Archivunterlagen zu fotografieren und dadurch über die Reise hinaus verwendbar und auch, wo notwendig, durch Übersetzer*innen zugänglich zu machen. Insbesondere die unerwartet große Menge an russischsprachigen Dokumenten und ihre Adressaten lassen auf eine von mir vermutete, durch die Sekundärliteratur bislang aber spärlich betrachtete Wissenszirkulation zwischen Amerika, Russland und Palästina schließen. Weitere Dokumente liefern Beweise für meine Hypothese, dass stärkere als bislang angenommene Verflechtungen mit russisch-revolutionären Bewegungen bestanden.
Durch die Reise konnte ich die Erschließung meines Quellenkorpus abschließen. Ich danke der GSHS herzlich für die Unterstützung dieses essenziellen Schritts in meinem Promotionsvorhaben.
Lena Auler | European Centre for Algorithmic Transparency, Sevilla, Spanien (01. bis 29. März 2025)
Dank der Unterstützung der GSHS konnte ich vom 3. bis 28. März 2025 einen vierwöchigen Forschungsaufenthalt im European Centre for Algorithmic Transparency in Sevilla (Spanien) verbringen, das Teil des Joint Research Centre der EU-Kommission ist. Dort durfte ich insbesondere die Arbeit der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im HUMAINT-Team („Human behaviour and machine intelligence“) begleiten, das sich aus interdisziplinärer Perspektive mit Forschungsfragen im Kontext des Digital Services Act und der KI-Verordnung beschäftigt.
In zahlreichen Einzelgesprächen mit den Forscherinnen und Forschern konnte ich deren Arbeit und Projekte kennenlernen und von mir im Rahmen meines rechtswissenschaftlichen Dissertationsprojekts bisher aufgestellte Thesen diskutieren. Auch wurde mir die Gelegenheit geboten, mein Projekt im Rahmen eines Vortrags dem gesamten Team vorzustellen und Feedback dazu einzuholen. Besonders erkenntnisreich war der Perspektivwechsel hin zur computer- und sozialwissenschaftlichen Erforschung des Einsatzes algorithmischer Systeme. So habe ich nicht nur wertvolle Literatur- und Recherchehinweise sowie hilfreiche Erläuterungen zu den technischen Grundlagen meines Dissertationsthemas erhalten, sondern konnte zusätzlich mein professionelles Netzwerk durch das Kennenlernen interessanter Forscherpersönlichkeiten aus der gesamten EU erweitern. Für die finanzielle Unterstützung meines Aufenthalts durch die GSHS bedanke ich mich herzlich!
Anna Lea Scigliano | Rom, Italien (05. bis 15. Februar 2025)
Vom 5. bis 15. Februar 2025 ermöglichte mir ein von der GSHS großzügig geförderter Forschungsaufenthalt in Italien den Zugang zu den einzigartigen Ressourcen der Bibliotheca Hertziana, Max-Planck-Institut für Kunstgeschichte in Rom, und des Kunsthistorischen Instituts in Florenz, Max-Planck-Institut. Vor Ort konnte ich bereits gesammelte Literatur überprüfen und zudem schwer zugängliche Quellen konsultieren. Darüber hinaus besuchte ich bedeutende Kunstsammlungen, darunter der Palazzo Barberini, die Galleria Doria Pamphilj, die Villa Borghese und die Vatikanischen Museen, die ich auf die Präsenz thematisch einschlägiger Werke hin untersuchte und die entsprechenden Gemälde hinsichtlich verschiedener Aspekte analysierte. Der Forschungsaufenthalt diente zur Weiterentwicklung meines Promotionsprojekts „Orrore und Terribilità – Schrecken in der Kunst des Seicento“ und war, insbesondere was die Schärfung meiner Thesen und Fragestellungen angeht, überaus erfolgreich.
Selina Beckmann | Ljubljana, Slowenien (23. bis 28. September 2024)
Vom 23. bis 28. September 2024 hatte ich dank der Unterstützung der GSHS die Möglichkeit, an der European Communication Conference der European Communication Research and Education Association (ECREA) in Ljubljana, Slowenien, teilzunehmen. Die Teilnahme an der Konferenz ermöglichte mir, wertvolle Anregungen für meine Dissertation im Bereich der Gesundheitskommunikation zu gewinnen. Die internationale Ausrichtung der Tagung bot mir nicht nur tiefe und höchst aktuelle Einblicke in mein eigenes Fachgebiet, sondern auch die Gelegenheit, mein internationales Netzwerk zu erweitern. Zusätzlich hatte ich die Gelegenheit Vorträge aus weiteren Bereichen der Kommunikationswissenschaft, wie z.B. Wissenschafts- und Klimakommunikation, zu besuchen, was meinen Blick für schwerpunktübergreifende Ansätze geschärft und interessante inhaltliche sowie methodische Perspektiven für meine eigene Arbeit eröffnet hat.
Sena Yapar | Ankara, Eskişehir und İstanbul (19. September und 5. November 2024)
Zwischen dem 19. September und dem 5. November 2024 hielt ich mich in Ankara, Eskişehir und İstanbul auf, um für meine Doktorarbeit über Georg Rohde zu recherchieren. Er war Professor für klassische Philologie, der während der Hitlerzeit in die Türkei fluchtete und zwischen 1935 und 1949 an der Fakültät für Sprachen, Geschichte,-Geographie der Universität Ankara tätig war.
Während meines Aufenthalts in Ankara besuchte ich häufig die Fakultät für Sprachen, Geschichte,-Geographie, wo ich zwei lange Gespräche mit Prof. Çağatay Akşit, dem Leiter der Abteilung für lateinische Sprache und Literatur, führte. Ich hatte auch die Gelegenheit, die von Rohde gegründete Bibliothek für klassische Philologie und einige von Rohdes persönlichen Gegenständen zu sehen. Ein weiterer Ort, an dem ich in Ankara arbeitete, war die Hasan Ali Yücel-Sammlung in der Zentralbibliothek der Bilkent-Universität. Während meiner Arbeit in der Sammlung führte ich auch ein Interview mit Prof. Mehmet Kalpaklı, dem Leiter der Abteilung für Geschichte und türkische Literatur, und zwei separate Interviews mit Candan Şentuna und Tansu Açık, pensionierten Professoren für Altgriechisch an der Fakultät für Sprachen, Geschichte,-Geografie.
In Eskişehir arbeitete ich in der Bibliothek der Anadolu-Universität in der Sammlung der berühmten Schriftstellerin und Übersetzerin Azra Erhat, die viele Jahre mit Rohde zusammengearbeitet hat. Diese Phase meines Kurzaufenthalts war eine sehr produktive Erfahrung sowohl für meine Doktorarbeit als auch für meine akademische Karriere.
Während meines Aufenthalts in İstanbul arbeitete ich hauptsächlich in der İsam- und der Atatürk-Bibliothek, um eingehende Recherchen über türkische Zeitschriften durchzuführen. Außerdem nahm ich an einer Ausstellung und einer Reihe von Konferenzen teil, die im Orient-Institut über Traugott Fuchs, einen anderen deutschen Exilwissenschaftler, organisiert wurden. Schließlich interviewte ich Rıfat Bali, den Gründer des Libra-Verlags, und Liz Behmoaras, eine Schriftstellerin, die vor kurzem einen biografischen Roman über Azra Erhat veröffentlicht hat. Ich möchte der Gutenberg Graduate School of the Humanities and Social Sciences dafür danken, dass es mir diese Forschungsreise ermöglichte, die in vielerlei Hinsicht zu meiner Dissertation beigetragen hat.
Ba Trung Pham | Zürich, Schweiz (15. bis 17. Juli 2024)
Ich hatte die Gelegenheit, vom 15.07.2024 bis zum 17.07.2024 an einem Doktorandenkurs des „Swiss Doctoral Program Network in Accounting Research“ an der Universität Zürich teilzunehmen. Dieser Kurs wurde von Herrn Itay Goldstein, einem renommierten Professor der Wharton School der University of Pennsylvania, geleitet. An den drei Kurstagen, die jeweils aus drei Sessions bestanden, wurden verschiedene Forschungspapiere zum Thema „Informationen an Kapitalmärkten“ vorgestellt und analysiert. Der Kursleiter ging dabei auf die Besonderheiten der jeweiligen Modelle ein und verglich die verschiedenen Ansätze. Zudem stellte Herr Goldstein eines seiner aktuellen Forschungsprojekte vor.
Die Teilnahme an dem Doktorandenkurs half mir, grundlegende Methoden für die Erstellung analytischer Modelle zu vertiefen. Besonders wertvoll war die direkte Interaktion mit dem Kursleiter und den anderen Teilnehmern, die mir wertvolles Feedback und neue Ideen für meine Forschungsarbeit lieferten. Die Diskussionen und der Erfahrungsaustausch eröffneten mir neue Perspektiven und halfen mir, einige Aspekte meiner Forschung kritisch zu hinterfragen und zu verbessern. Durch die Teilnahme am Kurs konnte ich auch mein akademisches Netzwerk erweitern und Kontakte zu anderen Doktoranden und Forschern knüpfen, die ähnliche Interessen teilen. Diese Vernetzung bietet die Möglichkeit für zukünftige Kooperationen und den kontinuierlichen Austausch von Ideen und Forschungsergebnissen.
Ich bedanke mich herzlich für die finanzielle Unterstützung der GSHS, die mir die Teilnahme an diesem wichtigen Kurs ermöglicht hat. Diese Erfahrung war eine bedeutende Bereicherung für meine Promotion und hat maßgeblich dazu beigetragen, meine Forschung auf ein neues Niveau zu heben.
Constantin Lichti | Chicago, USA (08. bis 14. August 2024)
Während meiner Teilnahme am Academy of Management Annual Meeting 2024 in Chicago, USA, hatte ich die wertvolle Gelegenheit, an zahlreichen Sessions und Workshops teilzunehmen und intensiv mit anderen Forschenden zu netzwerken. Die Konferenz bot nicht nur die Möglichkeit, mich mit führenden Wissenschaftler:innen im Bereich des Managements auszutauschen, sondern auch, meine aktuellen Forschungsprojekte im direkten Gespräch mit (potentiellen) Ko-Autor:innen voranzutreiben. Die persönlichen Treffen und Diskussionen während der Konferenz haben maßgeblich zur Weiterentwicklung meiner Forschungsarbeit beigetragen und neue Perspektiven eröffnet.
Endrit Ademi | Academy of Management, Chicago, USA (08. bis 13. August 2024)
Während meiner Teilnahme am Annual Meeting der Academy of Management in Chicago, USA, konnte ich an zahlreichen Paper Development Workshops (PDWs), wie z.B. dem ‚Content and Textual Analysis in Organizational Research: Techniques and Applications‘ PDW, teilnehmen. Besonders erfreulich war die Möglichkeit, die Mitglieder der Fakultät für Management & Organization des Mendoza College of Business der University of Notre Dame, USA, zu treffen, um meine Forschungsprojekte zu besprechen. Ich danke der Gutenberg Graduate School of the Humanities and Social Sciences für die Förderung des Aufenthaltes sowie dem Mendoza College of Business für die Einladung zum Empfang der University of Notre Dame.
Theresa Mentrup | Brumadinho, Belo Horizonte, Brasilien (5. bis 28. Januar 2023)
Für meine Promotion im DFG-Projekt „Die Verwaltung von Verlust: Politiken von Leben und Tod in Minas Gerais“ bin ich im Januar 2023 für drei Wochen nach Brumadinho / Belo Horizonte gereist. In dieser Zeit habe ich bestehende Forschungskontakte wiederaufnehmen und vertiefen sowie zusätzlich neue etablieren können. Der gewählte Zeitraum ermöglichte es mir, an Veranstaltungen rund um den vierten Jahrestag eines spezifischen Ereignisses teilzunehmen, dessen anhaltende Folgen in meinem Promotionsprojekt im Zentrum stehen: Am 25. Januar 2019 war in Brumadinho der Rückhaltedamm eines Absatzbeckens für Minenabfälle gebrochen, 272 Menschen kamen in Folge dessen ums Leben.
In den drei Wochen meines Aufenthalts konnte ich verschiedene Einsichten in den Alltag der Bewohner:innen von Brumadinho erhalten. Durch mehrere Geländegänge lernte ich die aktuellen Sorgen der Anwohner:innen bezüglich Bergbau im Allgemeinen und der Aufräumarbeiten nach dem Dammbruch im Besonderen kennen. Freiwilligenarbeit während gegenwärtig drohender Hochwasser- und Überschwemmungsgefahr gewährte mir Einblicke in die kommunalen Hilfsketten und Kommunikationsprozesse im Falle von (absehbaren) Ausnahmezuständen. Indem ich die täglichen Abläufe in der städtischen Poliklinik begleitete, kam ich außerdem in Kontakt mit der Gesundheitsversorgung der im Stadtgebiet lebenden Menschen. In der letzten Woche nahm ich zusammen mit Bewohner:innen der Region, Angehörigen der Verstorbenen und diversen anderen Akteur:innen (Repräsentant:innen von NGOs und kirchlichen Vereinigungen, politische Abgeordnete, Aktivist:innen, Journalist:innen, etc.) an den Erinnerungsveranstaltungen rund um den Jahrestag des Zusammenbruchs des Absatzbeckens teil, die neben einer Radtour, einem eintägigen Seminar und einem Autorkorso eine beinahe achtstündige Zeremonie umfassten.
Methodisch führte ich semi-strukturierte und offene Interviews mit Mitarbeiter:innen aus der städtischen Verwaltung, der kommunalen und bundesstaatlichen Politik sowie Betroffenen aus dem Stadtgebiet von Brumadinho durch. In den vorab skizzierten Zusammenhängen konnte ich zudem teilnehmend beobachten und das Alltagsleben der Menschen in der Region praktisch erfahren.
Camilo Porras Sandoval | San José, Costa Rica (21. Februar bis 22. März 2023)
Während meines 4-wöchigen Aufenthalts in Costa Rica habe ich elf Produzent:innen und Förderreferent:innen in San José, Costa Rica für mein Disserationsprojekt über die Finanzierung von Filmprojekten in Costa Rica interviewt. Die Nähe, die nur durch eine persönliche Interaktion vor Ort erreicht werden konnte, ermöglichte es den Interviewten, sich über ihre Strategien und Ansätze zur Sicherung der Finanzierung ihrer Projekte, ihre Wertschätzung für die verfügbaren Quellen, ihre Frustration mit dem System und die informelleren Praktiken, auf die sie zurückgreifen, zu öffnen. Die Interviewpartner:innen waren alle sehr gesprächsfreudig und dankbar, dass dieses Thema auf akademischer Ebene angegangen wird und waren offen für ein erneutes Gespräch.
Endrit Ademi | Mendoza College of Business, University of Notre Dame, USA (20. Februar bis 31. März 2023)
Während meines Forschungsaufenthaltes am Mendoza College of Business der University of Notre Dame, USA, konnte ich von der Erfahrung und dem Fachwissen eminenter Professoren profitieren und wertvolles Feedback erhalten. Durch den regelmäßigen Austausch mit Ph.D. Studenten, Mitgliedern der Fakultät für Management & Organization und dem Zugang zu umfangreichen Datenbanken, habe ich meine Forschungsarbeit wesentlich weiterentwickeln können. Ein großes Dankeschön an meinen Host, Herrn Prof. Craig Crossland, Ph.D., für die Ermöglichung des Aufenthaltes.
Sait Can Kutsal | Athen, Griechenland (31. Mai bis 10. Juli 2023)
Ein Forschungsaufenthalt in Athen gleicht einer Pflicht für alle Archäologinnen und Archäologen, die zu Griechenland arbeiten. Hier sind nicht nur wichtige Forschungsinstitutionen und ihre Fachbibliotheken beheimatet, sondern auch die dazugehörigen Personen, die Athen zu einem Ort für Networking der besonderen Art machen. Im Vordergrund meines fünfwöchigen Aufenthalts in Athen stand zuallererst das Vertiefen der neugriechischen Sprache, die für meine Doktorarbeit essenziell ist. Dafür schrieb ich mich am Modern Greek Language Teaching Center (Διδασκαλείο Νέας Ελληνικής Γλώσσας) in einem Intensivsprachkurs ein. Direkt im Anschluss an den Sprachkurs konnte ich die Bibliotheken der theologischen und philosophischen Fakultät besuchen und dort weitere Literatur für meine Promotion scannen.
Die darauffolgenden Wochen verbrachte ich damit, die archäologischen Institute Athens näher kennenzulernen. Insbesondere die Gennadius Library sowie die Bibliothek der École française d’Athènes erwiesen sich für mich als sehr nützlich, da sie über für mein Promotionsthema äußerst relevante Bücher verfügen. Auch die Scuola archeologica italiana di Atene sowie British School at Athens konnte ich erkunden. Am Ende der Förderperiode schloss ich meinen Sprachkurs erfolgreich mit einem Zertifikat ab.
Rückblickend haben sich meine Erwartungen im Hinblick auf Athen als ein Ort des Spracherwerbs sowie des Austausches bestätigt. Voraussichtlich werde ich mindestens noch ein weiteres Mal im Rahmen meiner Forschung nach Athen reisen müssen. Dabei werde ich glücklicherweise keine Zeit mehr damit verbringen müssen, mich bei den archäologischen Schulen einzuschreiben, denn für die Nutzung der Bibliotheken werden verschiedene Unterlagen sowie ein Empfehlungsschreiben verlangt. Die Bibliotheksrecherchen in Griechenland haben mich staunen lassen, wie viel griechischsprachige Literatur einem in Deutschland forschenden Doktoranden entgehen kann, wenn man für die Literaturrecherche nur deutsche Bibliotheken konsultiert. Die aufgefundene neugriechische Literatur, mit der ich anhand meiner nun verbesserten Griechisch-Kenntnisse einfacher arbeiten kann, wird meine Dissertation zweifellos aufwerten und bereichern.
David Wurster | Aberdeen, Schottland, The James Hutton Institute (27. August bis 02. September 2023)
Für meine Promotion am Lehrstuhl für Technik- und Innovationssoziologie, Soziale Simulationen, habe ich im August 2023 an der Summer School der European Social Simulation Association teilgenommen. In dieser Zeit habe ich mir theoretisches sowie praktisches Wissen im Rahmen agentenbasierter sozialer Simulationen mittels Netlogo aneignen können. Die Summer School unter dem Motto „Agent-based-Modelling for Wicked Problems“ wurde vom James Hutton Institute in Aberdeen, Schottland, ausgetragen.
Im Rahmen der Summer School habe ich vor allem das Modellieren von komplexen sozialen Systemen kennengelernt. Dies beinhaltete nicht nur fachliche Vorträge, sondern auch eine mehrtägige Gruppenarbeit, die am Ende der Summer School präsentiert wurde. Über mehrere Schritte wie beispielsweise partizipatives Systemmodellierung, Causal-Loop Diagrammen sowie der Definition von entscheidenden und reaktiven Agenten bis hin zur Programmierung des Systems in Netlogo haben wir gemeinschaftlich komplexe Systeme modelliert. Dabei habe ich nicht nur die methodischen und technischen Dinge gelernt, sondern auch wie man interkulturell, international und vor allem interdisziplinär zusammenarbeitet.
Abgerundet wurde die Summer School von täglichen Gast-Rednerinnen und Gast-Rednern, welche Anwendungsbeispiele sowie Best-Practices aus ihren persönlichen Forschungsprojekten vorgestellt haben. Diese Sessions waren besonders interessant, da sie die Anwendung im Alltag und vor allem die Mannigfaltigkeit der potenziellen Einsatzbereiche aufgezeigt haben.
Rückblickend kann ich sagen, dass meine Erwartungen an die Summer School deutlich übertroffen wurden, da ich nicht nur methodisch/fachlich weitergekommen bin, sondern auch neue Kontakte zu anderen Doktorandinnen und Doktoranden knüpfen konnte. Die Förderung der GSHS hat mir die Teilnahme an der Summer School erst ermöglicht, wofür ich überaus dankbar bin.
Lena Claudia Elisabeth Heine | Barcelona, Spanien (26. bis 28. April 2023)
Mithilfe der GSHS-Fördermöglichkeit Kurzaufenthalt im Ausland hatte ich die großartige Gelegenheit vom 26. bis 28. Mai 2023, an dem 1st International Multimodal Communication Symposium (MMSYM) in Barcelona teilzunehmen. Das Symposium fand an der Universität Pompeu Fabra statt und wurde von der GrEP Research Group (Prosodic Studies Group) in Zusammenarbeit mit dem GEHM research network organisiert.
Ziel des MMSYM 2023 war es, Forscher:innen aus verschiedenen Disziplinen zusammenzubringen, die die Multimodialität in der menschlichen Kommunikation und in der Mensch-Computer-Interaktion untersuchen. Ich hatte die Möglichkeit, meine aktuellen Forschungsergebnisse zum Thema „Priming effects from sign to spoken word in hearing toddlers exposed to sign-augmented communication“ mündlich vor einem großen Publikum zu präsentieren und mich mit anderen Wissenschaftler:innen auszutauschen.
Dies war eine hervorragende Gelegenheit, Feedback zu meiner Arbeit zu erhalten und neue Ideen und Impulse für mein eigenes Forschungsprojekt zu gewinnen. Durch die vielen Diskussionen und Vorträge konnte ich im Speziellen mein Verständnis für die Multimodalität in der menschlichen Kommunikation vertiefen. Zudem bot das Symposium die Möglichkeit, neue Kontakte zu knüpfen. Die Atmosphäre war inspirierend und ich durfte viele interessante Menschen kennen lernen.
Insgesamt war der Kurzaufenthalt in Barcelona und die Teilnahme am MMSYM 2023 für mich äußerst bereichernd, lehrreich als auch herausfordernd. Ich bin dankbar für die Gelegenheit, meine Forschungsergebnisse präsentiert haben zu dürfen und wertvolle Erfahrungen gesammelt zu haben. Die Teilnahme an Konferenzen ist eine besondere Möglichkeit, um als junge:r Wissenschaftler:in zu wachsen und zu lernen.
Blanca Luque Capellas | Aberdeen, Schottland, The James Hutton Institute (27. August bis 02. September 2023)
In diesem Sommer konnte ich an der „ESSA Summer School 2023″ teilnehmen, einem einwöchigen Training zur Agent Based Models (ABM), die von der European Social Simulation Association (ESSA) angeboten wird und europäische Experten für soziale Simulation aus verschiedenen Bereichen wie Sozialwissenschaften, Ingenieurwesen, Biologie oder Ökologie zusammenbringt. Das Training fand am James Hutton Institute in Schottland statt.
In meiner Doktorarbeit befasse ich mich mit sozialen Prozessen, die in die Wasserbewirtschaftung eingebettet sind, welche wiederum mit den Dürreperioden des Klimawandels konfrontiert ist. Diese Art von sozio-ökologischer Rahmung führt zu den sogenannten „Wicked Problems“, die eine Art komplexer sozialer Systeme sind und für die es keine einfache Lösung gibt. In diesen Szenarien sind ABMs in verschiedener Hinsicht sehr nützlich: Sie können verwendet werden, zum Beispiel um die Belange der verschiedenen Interessengruppen zu verstehen, um zu ermitteln, welche Variablen eine wichtige Rolle spielen, oder um mögliche Zukunft-Szenarien zu analysieren.
Das Lehrerteam der „ESSA Summer School 2023“ hatte einen sehr unterschiedlichen Hintergrund, was sehr interessant war, um zu verstehen, wie wir ABMs in unseren eigenen Projekten einsetzen können. Meine persönliche Anwesenheit hat einen großen Unterschied gemacht – viele Aktivitäten und die Vernetzung, die dort stattfanden, wären online nicht möglich gewesen. Einerseits waren die Aktivitäten hauptsächlich partizipatorisch, es wurde in Gruppen gearbeitet und das erworbene theoretische Wissen praktisch angewendet. Zum anderen konnten sich Teilnehmer und das Lehrerteam aus der ganzen Welt treffen und wir hatten genügend Zeit uns über unsere Projekte und Berufe auszutauschen sowie einander kennenzulernen. Die Unterstützung der Gutenberg Graduate of the Humanities and Social Sciences (GSHS) hat meine Teilnahme ermöglicht, wofür ich sehr dankbar bin.
Ipek Bozkaya | Istanbul, Türkei (10. Juli bis 19. August 2023)
In order to gather new material on sexuality and gender-related matters in the Ottoman Empire and to enhance my dissertation project focusing on homosexuality in the late Ottoman and early republican literature, I consulted the relevant archival materials at the Ottoman Archive of the Presidency of State Archives (BOA) in Istanbul, Turkey, an immensely useful and rich resource for scholars of (cultural) history. During this study trip, I scanned as many archival documents as possible in order to gain insight into the perception of gender and sexuality in Ottoman society. In the archives, I tried to understand through court records what sexual harassment was, to what extent relationships between men were allowed and tolerated, and how the Ottoman authorities responded to homosexuality. I explored which contexts of sexuality were criminalized to the point of reaching the judicial system. Through laws and legal documents, medical and psychological texts, I tried to gain insight into how sexuality was regulated in the Empire. The archival trip was extremely valuable for the development of my dissertation. The documents I discovered during this visit will play a crucial role in shaping the foundation of my research. The information I gained from the archives strengthens the theoretical frameworks I am exploring and contributes significantly to the scholarly integrity of my work. I am grateful for the support of the Gutenberg Graduate School of the Humanities and Social Sciences in making this archival visit possible.
Mira Deuerlein | Ferrara, Italien (17. bis 30. Juni 2023)
Zur Vorbereitung meines Promotionsprojektes zu Dürre und Wasserknappheit in der norditalienischen Po-Region reiste ich im Juni 2023 für zwei Wochen nach Ferrara, Italien. Während der Sondierung konnte ich erste Forschungskontakte knüpfen sowie lokale Verhandlungspunkte und Konfliktlinien im Zusammenhang mit Wassermangel erfassen.
In halbstrukturierten Interviews und informellen Gesprächen mit Anwohnenden, Aktivistinnen und Expertinnen lernte ich die Sorgen, Perspektiven und Erfahrungen der Menschen in Bezug auf Dürre allgemein sowie damit verbunden Überschwemmungen, Verschmutzung und Wasserprivatisierung kennen. Es wurde deutlich, wie sie diese Erfahrungen mit ihren jeweiligen politischen Perspektiven verbanden und daraus Umgangs- oder Protestformen entwickelten. Diese Gespräche eröffneten mir einen Blick auf die Konfliktlinien vor Ort, die zum Teil an spezifischen Infrastrukturprojekten verhandelt wurden. Teilnehmende Beobachtung auf Protest- und Informationsveranstaltungen ließ mich Debatten um die Deutungsmacht gegenwärtiger Ereignisse sowie damit verbundene Emotionen der Betroffenen erfahren. Durch Beobachtung konnte ich Protestaktionen im Stadtbild und Umweltauswirkungen der Überschwemmungen sehen sowie die Rolle der Wasserwege für Anwohnende und die landwirtschaftliche Nutzung begreifen. Die empirischen Daten dieser Sondierungsreise ermöglichen eine Anpassung des Promotionsprojektes an den empirischen Kontext und eine Konkretisierung der Fragestellung.
Mustafa Sahib Obaid Obaid | Bagdad, Irak (01. März bis 31. August 2023)
Mein Forschungsaufenthalt in der irakischen Hauptstadt Bagdad von März bis August 2023 stellte einen wichtigen Bestandteil meiner Dissertation „City and Identity in Iraq“ dar. Dort habe ich für meine Forschung relevante Stadträume untersucht und dokumentiert. Zudem ermöglichte mir der Aufenthalt, Interviews und Beobachtungen zu führen sowie Bibliotheken, Museen und Archive aufzusuchen. Diese wären ohne Unterstützung des GSHS schwer möglich.
In meiner Doktorarbeit geht es um die Rolle von Städten bei Prozessen der kollektiven Identitätsbildung. Wegen ihrer gesellschaftlichen Vielfalt und abwechslungsreichen Stadtentwicklung bietet Bagdad als Fallstudie einzigartige Einblicke in dieses Thema. Innerhalb von einem Jahrhundert hat die Stadt viele unterschiedliche Phasen erlebt, in denen sie sich von einem „Melting-Pot“ unterschiedlicher ethnischer und religiöser Zugehörigkeiten zu einer polarisierten Stadt gewandelt hat.
Während der Feldforschung haben sich meine bisherigen Ergebnisse aus der Literaturarbeit und den konzipierten Ansätzen bestätigt. Städte bieten Räume, in denen die kulturell heterogene Bewohnerschaft interagieren und sich austauschen kann. Gleichzeitig spiegeln Stadträume in ihrer Gestaltung und Anordnung soziale Verhältnisse und Identitäten wider. In diesem Zusammenhang hat soziale Diversität in Stadträumen eine große Bedeutung für den sozialen Zusammenhalt. Die Untersuchungen sind in der Etablierung des Konzepts „Cultural Capacity“ resultiert. Dieses Konzept bietet einen methodologischen Rahmen für Untersuchungen von Städten hinsichtlich ihrer sozialen Diversität und integrativen Rolle, der theoretische und praktische Ansätze der Stadtentwicklung kombiniert.
Maximilian Kneflowski | London, England (25. bis 28. Oktober 2023)
Die Konferenz „New Frontiers in Corporate Governance: Corporate Governance with Externalities“ fand vom 26. bis 27. Oktober 2023 am Royal College of Surgeons in London statt. Organisiert von Sir Oliver Hart (Harvard), Dimitri Vayanos (LSE) und Luigi Zingales (Chicago Booth) beleuchtete sie den Zielkonflikt zwischen Gewinnmaximierung und Berücksichtigung gesellschaftlicher Belange. In vier Sessions zu „Purposeful Companies“, „Shareholder Value“, „Common Ownership“ und „Political Activities“ sowie einer Debatte zu „Fiduciary Duty“ bot die Konferenz einen Überblick zu aktuellen Themen in der Corporate Governance. Insgesamt lieferte die Konferenz wichtige Denkanstöße und Vernetzungsmöglichkeiten. Für meine Dissertation ergaben sich neue Erkenntnisse durch den Austausch mit führenden Wissenschaftlern dieses Forschungsgebiets.
Robin Riemann | Seoul, Korea (13. bis 20. Mai 2023)
Ein wesentlicher Kritikpunkt an der kommunikationswissenschaftlichen und medienökonomischen Forschung ist ihr stark westlich geprägter Fokus, der oft ein Mediensystem voraussetzt, das weitestgehend frei von staatlicher Intervention und unter Einfluss von Vermarktungszwängen agiert. Vernachlässigt werden dabei oft Mediensysteme aus dem globalen Süden, aber auch aus anderen Industrieländern – Implikationen für das Medienmanagement unterliegen Verzerrungen. Die World Media Economics and Management Conference (WMEMC) bietet hingegen facettenreiche Einblicke in aktuelle medienökonomische Forschung über den westlichen Kontext hinaus.
Die Konferenzreise nach Seoul ermöglichte es mir, Kontakte zu ForscherInnen außerhalb meines bisherigen Netzwerks zu knüpfen und Einblicke zu gewinnen, die für den Fortgang meines Dissertationsprojekts und dessen Rahmung bedeutsam sind. Vor allem geht es um die Nutzung von Publikumsmetriken im Journalismus und wie diese von verschiedenen Arten der Medienfinanzierung und regulatorischer Intervention geprägt ist. Darüber hinaus eröffnete mir die Konferenz einen Eindruck der aktuellen, weltweiten Forschung im Bereich Medienökonomie und -management durch Vorträge zu Plattformisierung, Künstlicher Intelligenz (KI) und Medienproduktion.
Außerdem hat die Teilnahme an der WMEMC mir die intensive Vernetzung mit dem wissenschaftlichen Nachwuchs im europäischen und deutschen Kontext ermöglicht und damit meine Arbeit als Nachwuchssprecher der Fachgruppe Medienökonomie der Deutschen Gesellschaft für Publizistik und Kommunikationswissenschaft vorangetrieben.
Mein herzlicher Dank gilt der Gutenberg Graduate School of the Humanities and Social Sciences für die großzügige Förderung des Konferenzaufenthalts, der mir neben wissenschaftlichen Einblicken ebenso neue kulturelle Perspektiven erschlossen hat.
Melanie Großeastroth | Thessaloniki, Griechenland (20. bis 24. September 2023)
Im Rahmen meiner Promotion am Lehrstuhl für Corporate Governance und Wirtschaftsprüfung habe ich vom 20.09.-24.09.2023 an dem PhD Workshop des European Auditing Research Network (EARNet) teilgenommen. Dieser Workshop speziell für Doktoranden fand wie die EARNet-Konferenz in Thessaloniki (Griechenland) statt.
In dem Workshop hatte ich die Möglichkeit, mein Dissertationsprojekt zu präsentieren und mit international renommierten Prüfungsforschern zu diskutieren. Ich habe wertvolles Feedback für meine eigene Forschung erhalten. Außerdem durfte ich bei vielen Präsentationen anderer Doktoranden zuhören. Bei einer davon hatte ich die Aufgabe, das vorgestellte Forschungsprojekt zu diskutieren.
Später hatte ich noch die Chance, in organisierten Gesprächsrunden mit Professorinnen und Professoren anderer Universitäten in Kontakt zu kommen. Die Gespräche waren sehr informativ im Hinblick auf berufliche Perspektiven hinsichtlich einer akademischen Karriere.
Abgerundet wurde der Workshop durch ein täglich organisiertes Rahmenprogramm (Bootsausflug, Stadtrundfahrt, Gala-Dinner, etc.). So hatten die Teilnehmenden die Möglichkeit, in einem inoffiziellen Rahmen zusammenzukommen und weiter Kontakte zu knüpfen.
Insgesamt war der PhD Workshop eine tolle Erfahrung, die mich nicht nur fachlich weitergebracht hat, sondern auch mein Netzwerk in meinem Forschungsgebiet erweitert hat. Ich bin dankbar für die großzügige Förderung der GSHS, welche mir die Teilnahme an dem EARNet PhD Workshop ermöglicht hat.
Janika Kunzmann | Tokio, Japan (01. August bis 05. September 2023)
Mithilfe der Förderung der GSHS war es mir möglich, im August und September 2023 eine Reise nach Tokio zwecks Recherchen im Rahmen meines Dissertationsvorhabens sowie zur Vernetzung mit japanischen KollegInnen anzutreten.
Mein Promotionsprojekt umfasst die Erarbeitung einer Grammatik der westafrikanischen Adamawa-Sprache Mbum, die im nördlichen Kamerun gesprochen wird. Neben Feldforschungstätigkeiten vor Ort zur Erhebung von Sprachdaten möchte ich die wenige, bestehende Literatur zu der Adamawa-Sprache erfassen und in meine Promotionsarbeit einfließen lassen.
Im Zuge einer umfangreichen Forschungsinitiative japanischer Universitäten in den 1970er Jahren reiste der (bereits verstorbene) japanische Professor Shunya Hino in das nördliche Kamerun und arbeitete dort zu einer Varietät des Mbum. Seine Arbeiten sind schwer zugänglich und größtenteils nicht digitalisiert. Die Forschungsreise ermöglichte es mir, Arbeiten Prof. Hinos in den Bibliotheken und Archiven der Tokyo University of Foreign Studies (TUFS) einzusehen, an welcher er für viele Jahre lehrte.
Das produktive Arbeitsumfeld an der TUFS ermöglichte mir den Austausch mit verschiedenen KollegInnen des Research Institute for Languages and Cultures of Asia and Africa (ILCAA), sowie darüber hinaus eine Vernetzung mit KollegInnen der Osaka University und der International Christian University.
Der Aufenthalt in Tokio war für mich und mein Promotionsvorhaben ein großer Gewinn, da mir die Einsicht in sonst schwer zugänglicher Dokumente ermöglicht wurde, sowie die Vernetzung mit Lehrenden und Studierenden der Afrikanistik verschiedener japanischer Universitäten. Ich möchte mich herzlich bei der GSHS für diese Möglichkeit bedanken, sowie bei Prof. Dr. Daisuke Shinagawa, der meine Recherchen an der TUFS anleitete und betreute.
Nhu Y Linda Nguyen | Seoul, Südkorea (06. März bis 17. März 2024)
Um die Diskurse und die globalen Verpflechtungen der Trostfrauenbewegung in Deutschland nachzuvollziehen, habe ich mich in einem 12-tägigen Kurzaufenthalt in Seoul mit den Erinnerungspraktiken der Frauenrechtsaktvist:innen in Südkorea auseinandergesetzt. Während des Aufenthalts besuchte ich verschiedene Mahn- und Denkmäler, verschiedene Museen sowie die von den Korean Council organisierte wöchentliche Mittwochsdemonstration.
Ich tauschte mich mit den Aktivist:innen aus und sammelte Archivtexte und Lektüre, die in Deutschland nicht erhältlich sind.
Der Kurzaufenthalt ermöglichte mir den Frauenrechtsaktivismus in seiner gelebten Form wahrzunehmen und viele Kontakte für meine weitere Forschung zu knüpfen. Die Beobachtung von aktivistischen Praktiken, die in Südkorea unter anderen Bedingungen geführt werden, offenbarte dennoch viele Parallelen und Überschneidungen zu dem in Deutschland stattfinden Aktivismus, nicht zuletzt in der künstlerisch-edukativen Aufbereitung in den Museen.
Ich möchte der Gutenberg Graduate School of the Humanities and Social Sciences für die Förderung des Aufenthalts danken, der mir wichtige Kontakte und Einblicke in die globale Dimension meines Forschungsthemas ermöglichte.
Lara Maria Bitter | Lecce, Apulien, Italien (29. Mai bis 03. Juni 2024)
Im Rahmen meiner Co-Tutela zur Promotion zur apulischen Literatur bin ich vom 29.05.-03.06.2024 an die Università del Salento nach Lecce gereist.
Im Laufe meiner Reise konnte ich nicht nur ein Interview mit einem Bewohner der von Europas größtem Stahlwerk stark verschmutzten Stadt Taranto führen und so vertiefte Einblicke in die Lebens- und Arbeitsbedingungen vor Ort gewinnen, sondern bei einem Besuch die Stadt auch von ihrer antiken und historischen Seite kennenlernen.
Ein besonderer Aspekt meiner Reise war das Treffen mit meinem apulischen Zweitbetreuer, der mir einerseits Zugang zu aktuellen Publikationen gewährt, mich andererseits aber auch in bestehende Forschungsnetzwerke eingeführt hat, die meine Dissertation durch neuen Austausch nachhaltig weiterbringt. Ich danke der Unterstützung durch die GSHS im Hinblick auf meine Dissertation und die Erfahrungen in Lecce.
Lucia Volonté | Riga, Lettland (25.-28. September 2024)
Dank der GSHS-Fördermöglichkeit „Kurzaufenthalt im Ausland“ hatte ich die Gelegenheit, an der internationalen Tagung „Vernunft in Riga – Internationales Forum im 300. Meine Teilnahme an der Tagung war im Rahmen der Partnerschaft zwischen der Universität Lettlands in Riga und der JGU und insbesondere zwischen der deutschen und lettischen Kant-Forschung zu sehen. Die Kant-Forschungsstelle der JGU, mit der ich während meiner Promotionsphase aktiv zusammenarbeite, war an der Organisation der Tagung beteiligt. Während meines Aufenthalts in Riga konnte ich neue Kontakte zu Kant-ForscherInnen knüpfen und Themen vertiefen, die für mein Dissertationsprojekt über Kants Spontaneitätsbegriff von zentraler Bedeutung sind. Schließlich bot sich die Gelegenheit, Kants Manuskripte von vorn zu sehen, da im Rahmen der Tagung eine Ausstellung eröffnet wurde, die den Erstausgaben von Kants Werken gewidmet ist. Diese erschienen erstmals in Riga im Verlag von J. F. Hartknoch.