Checkliste erste Gespräche zu Beginn der Promotion – was vor Abschluss einer Betreuungsvereinbarung zu beachten und zu besprechen ist

Formale Aspekte des Promotionsverfahrens

  • Sind die formalen Voraussetzungen für die Annahme als Doktorand*in im jeweiligen Fach erfüllt? Wenn nein, welche Schritte müssen noch unternommen werden (z. B. Anerkennung ausländischer Zeugnisse, Nachholen von Sprachkenntnissen…)?
  • Bei interdisziplinären Projekten: Welche fachliche Verortung ist für das Projekt am sinnvollsten?
  • Ist eine monographische oder eine kumulative Dissertation geplant? In welcher Sprache soll die Dissertation verfasst werden?

 

Zeit- und Projektplanung

  • Welche Ziele werden mit der Promotion verbunden (z. B. Karriere in der Wissenschaft, berufliche Tätigkeit im Kultur- oder Bildungsbereich)? Passen die Rahmenbedingungen dazu (Finanzierung, Zeitplanung)? In einem vertrauensvollen Betreuungsverhältnis können Sie auch besondere persönliche Faktoren ansprechen, die für das Promotionsvorhaben von Bedeutung sind (z. B. Care-Verantwortung).
  • Wie konkret und zielführend sind die Pläne für das Promotionsvorhaben (Thema, Problemstellung, Methodik, zugrundeliegendes Material)? Woran muss noch gearbeitet werden (z. B. zur Einwerbung einer Promotionsfinanzierung) und welcher Zeitrahmen ist hierfür sinnvoll?
  • Mit welcher Promotionsdauer ist unter den gegebenen Voraussetzungen etwa zu rechnen?
  • Welche sprachlichen und methodischen Kompetenzen sollen noch erworben werden?

 

Finanzierung und Ressourcen

  • Welche Finanzierungsmöglichkeiten für den Lebensunterhalt sind vorgesehen? Inwieweit kann die Betreuungsperson bei der Einwerbung einer Finanzierung unterstützen? Wie können evtl. Wartezeiten bis zur Einwerbung überbrückt werden?
  • Welche Sachkosten können im Rahmen des geplanten Forschungsprojekts anfallen (z. B. Auslandsaufenthalte, Feldforschung, Publikationskosten) und welche Finanzierungsmöglichkeiten können ggf. ins Auge gefasst werden?
  • Welche Ressourcen des Lehrstuhls/der Arbeitsgruppe kann der*die Promovierende nutzen (z. B. Arbeitsplatz, Hilfskräfte, Labore/Geräte)?
  • Bei Finanzierung durch eine Beschäftigung in der Arbeitseinheit der Betreuungsperson (wissenschaftliche Mitarbeit oder Hilfskrafttätigkeit):
    • Welche Dienstaufgaben sind mit der Stelle verbunden (z. B. Forschung, Lehre, Studierendenberatung, Administration, Veranstaltungen…)?
    • Besteht während der Arbeitszeit Gelegenheit zur Promotion? Wieviel Arbeitszeit kann dafür im Durchschnitt verwendet werden?
    • Auf welche Rechtsvorschriften wird eine evtl. Befristung gestützt? Welche Vorschriften für Mindest- und Höchstbefristungszeiten kommen zur Anwendung?
    • Reicht die vorgesehene Befristungsdauer voraussichtlich aus, um die Promotion abzuschließen?

 

Gestaltung des Betreuungsverhältnisses

  • Was sind die gegenseitigen Erwartungen an
    • die Intensität der Betreuung und die Häufigkeit der Betreuungsgespräche
    • die Intensität der fachlichen Unterstützung durch die Betreuungsperson
    • die Häufigkeit und Intensität des Feedbacks zu Texten des*der Promovierenden
    • die Selbständigkeit und Selbstverantwortung des*der Promovierenden
    • das zeitliche Engagement des*der Promovierenden
    • die Integration in die Arbeitsgruppe/den Lehrstuhl etc.
    • die Teilnahme an Forschungskolloquien und/oder Konferenzen
    • die Möglichkeit, Lehrerfahrungen zu sammeln
    • gemeinsame Projekte und Publikationen?

 

  • Könnte eine Zweitbetreuung oder ein zusätzliches Mentoring sinnvoll sein? Wenn ja, wie soll die Zusammenarbeit zwischen den Betreuenden gestaltet werden? (Dies lässt sich nicht immer zu Beginn der Promotion absehen und kann ggf. zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal aufgegriffen werden.)
  • Wie sollen die Vereinbarungen und Ergebnisse der Betreuungsgespräche festgehalten werden (z. B. kurze schriftliche Notiz nach dem Gespräch)?
  • Inwieweit kann die Betreuungsperson bei der Vernetzung innerhalb der Scientific Community unterstützen? Welche Kontakte und Netzwerke können hilfreich sein (z. B. Praxiskontakte, Funktionen in wissenschaftlichen Fachgesellschaften, Beteiligung an Fachzeitschriften, Kontakte zu Wissenschaftler*innen und Hochschulen im Ausland…)?